Die Aérospatiale-BAC Concorde, kurz Concorde, war das erste Überschall-Passagierflugzeug im regulären Linienflugdienst und gilt bis heute als eines der faszinierendsten Projekte der zivilen Luftfahrt. Entwickelt in einer gemeinsamen Anstrengung von Frankreich und Großbritannien, wurde sie zwischen 1976 und 2003 von Air France und British Airways betrieben. Ihre bekannteste Route führte von London bzw. Paris nach New York – eine Verbindung, die sie in rund dreieinhalb Stunden bewältigte und damit die Vorstellung vom interkontinentalen Reisen grundlegend veränderte.
Mit Reisegeschwindigkeiten von über Mach 2 bewegte sich die Concorde in einem Bereich, der zuvor militärischen Flugzeugen vorbehalten war. Diese enorme Geschwindigkeit hatte spürbare physikalische Auswirkungen: Durch die Reibungshitze im Überschallflug erhitzte sich die Rumpfnase auf bis zu 127 Grad Celsius. Die thermische Ausdehnung des Flugzeugs war so stark, dass Passagiere während des Fluges die Wärme an den inneren Fensterverkleidungen wahrnehmen konnten – ein außergewöhnliches Erlebnis, das den technischen Grenzbereich dieser Maschine unmittelbar erfahrbar machte.
Die Concorde war nie ein Verkehrsmittel für die breite Masse, sondern ein exklusives Produkt. Der Standardtarif für einen Hin- und Rückflug auf der Strecke London–New York lag im letzten Betriebsjahr 2003 bei 6.636 britischen Pfund, was heute inflationsbereinigt etwa 13.200 Euro entspricht. Der Flug war damit weniger eine reine Beförderungsleistung als vielmehr ein Statement: Geschwindigkeit, Prestige und technologischer Fortschritt standen klar im Vordergrund.
Mit dem Ende des Linienbetriebs im Jahr 2003 ging eine Ära zu Ende. Dennoch ist die Concorde bis heute präsent – als technisches Denkmal und als Symbol eines besonders ambitionierten Kapitels der Luftfahrtgeschichte. Besonders eindrucksvoll wird dies beim Besuch der Maschine im Technik Museum Sinsheim. Dort lässt sich die Concorde nicht nur aus der Distanz betrachten, sondern in ihren Dimensionen und ihrer Konstruktion unmittelbar erleben. Der schmale Kabinenquerschnitt, die kleinen Fenster, die markante Deltaflügel-Geometrie und die absenkbare Nase verdeutlichen, wie kompromisslos dieses Flugzeug auf Überschallleistung ausgelegt war.
Das eigene Erleben vor Ort macht deutlich, dass die Concorde weit mehr ist als eine Legende oder ein technischer Mythos. In Sinsheim steht sie greifbar vor Augen – als reales Zeugnis einer Zeit, in der Ingenieurskunst, politischer Wille und visionäres Denken zusammenkamen, um das scheinbar Unmögliche möglich zu machen. Die Concorde bleibt damit ein Sinnbild für den Traum vom schnellen Fliegen und für den Mut, technologische Grenzen bewusst zu überschreiten.





