Der 9. Januar 2025 brachte dem Norden Deutschlands eine ausgeprägte winterliche Wetterlage. Auslöser war das Tiefdruckgebiet Elli, das mit intensiven Niederschlägen, starkem Wind und einem deutlichen Temperatursturz einherging. Schnee, Glätte und Schneeverwehungen prägten das Bild vieler Regionen – von Niedersachsen über Hamburg bis nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Nach mehreren vergleichsweise milden Wintern zeigte sich der Januar damit wieder von seiner klassischen, winterlichen Seite.
Markante Wetterlage mit Schnee, Wind und Schneeverwehungen
Das Unwetter durch Tief Elli entwickelte sich in mehreren Phasen. Zunächst setzte verbreitet kräftiger Schneefall ein, der bereits in den frühen Morgenstunden für eine geschlossene Schneedecke sorgte. Die bereits vorhandene Schneedecke von mehreren Zentimetern wuchs dadurch weiter an, bevor im weiteren Tagesverlauf der Wind deutlich auffrischte und es in Verbindung mit dem lockeren Neuschnee zu starken Schneeverwehungen kam.
Meteorologisch war diese Entwicklung auf eine ausgeprägte Luftmassengrenze zurückzuführen, an der kalte Polarluft aus dem Norden und Nordosten auf etwas mildere Luft aus südlicheren Regionen traf. Entlang dieser Zone bildeten sich unter Einfluss von Tief Elli ausgedehnte Niederschlagsfelder, die im Norden überwiegend als Schnee fielen. In Übergangsbereichen kam es zeitweise zu gefrierendem Regen und damit zu gefährlicher Glätte.
Vorsorgliches Verhalten am 9. Januar
Die frühzeitigen Wetterwarnungen im Zusammenhang mit Tief Elli führten dazu, dass wir uns bereits im Vorfeld mit ausreichend Essen und Getränken eingedeckt haben. Am 9. Januar entschieden wir uns bewusst gegen Autofahrten sowie gegen Spaziergänge oder Ausflüge. Angesichts der Glätte, des starken Windes, der Schneeverwehungen und der eingeschränkten Verkehrsverhältnisse stand die eigene Sicherheit klar im Vordergrund.
Auswirkungen auf Verkehr und Infrastruktur
Die winterlichen Bedingungen machten sich schnell im öffentlichen Leben bemerkbar. Straßen waren vielerorts glatt, verweht oder schneebedeckt, was zu erheblichen Behinderungen im Berufs- und Pendlerverkehr führte. Auch der öffentliche Nahverkehr war regional betroffen: Verspätungen, vereinzelte Ausfälle und angepasste Fahrpläne prägten den Tagesverlauf.
Besonders deutlich zeigte sich die Lage im Raum Geesthacht: Die Gemeinde Worth bei Geesthacht war aufgrund massiver Schneeverwehungen zeitweise über die Straße nicht erreichbar. Zufahrten mussten gesperrt werden, bis Räumfahrzeuge die betroffenen Strecken wieder passierbar machen konnten.
Zusätzlich kam es auf der Bundesstraße 5 (B5) zu erheblichen Verkehrsproblemen. Dort blockierte ein LKW infolge der winterlichen Straßenverhältnisse über mehrere Stunden die Fahrbahn, was zu langen Rückstaus, Verzögerungen und notwendigen Umleitungen führte.
Sperrungen und Warnungen in Grün- und Waldgebieten
Durch den starken Schneefall im Vorfeld sowie die hohe Schneelast der vergangenen Tage bestand in vielen Grün- und Waldgebieten eine erhöhte Gefahr durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume. Aus diesem Grund sperrten die zuständigen Behörden vorsorglich einige Friedhöfe und Waldgebiete oder warnten ausdrücklich vor dem Betreten.
Zu den betroffenen Bereichen gehörten unter anderem Planten un Blomen, der Stadtwald Geesthacht sowie der Sachsenwald. Diese Maßnahmen unterstrichen, dass trotz nachlassender Niederschläge weiterhin erhebliche Gefahren bestanden.
Entspannung der Lage am 10. Januar
Bereits am 10. Januar entspannte sich die Wetterlage deutlich. Mit dem Abzug von Tief Elli ließ der Wind nach, weiterer Schneefall blieb aus und die Sicht- sowie Straßenverhältnisse verbesserten sich spürbar. Unter diesen Bedingungen war wieder ein kleiner Ausflug möglich.
Gleichzeitig zeigte sich jedoch, dass die Folgen des Wintereinbruchs noch nicht überall vollständig beseitigt waren. Insbesondere auf Nebenstraßen, in Kreuzungsbereichen und abseits der Hauptverkehrsachsen war es weiterhin glatt und teilweise nicht geräumt. Hinzu kam, dass einigen kommunalen Bauhöfen in den vergangenen Tagen das Streugut ausgegangen war, was die Räum- und Streuarbeiten zusätzlich erschwerte.
Anhaltende Kälte und sehr frostige Nächte
Begleitet wurde das Winterwetter von einem deutlichen Temperatursturz. Für die Nacht vom 10. auf den 11. Januar wurden im Norden Temperaturen von unter −10 Grad angekündigt. Besonders bei aufklarendem Himmel und in ländlichen Regionen war mit strengem Frost zu rechnen.
Diese anhaltende Kälte sorgte dafür, dass der gefallene Schnee liegen blieb und sich glatte Straßen- und Gehwegverhältnisse auch über mehrere Tage hinweg hielten.
Ausblick: Tauwetter in der Folgewoche
In der Folgewoche deuteten die Wetterprognosen einen allmählichen Wetterumschwung an. Mit einer Zufuhr milderer Luftmassen sollten die Temperaturen wieder leicht ansteigen und tagsüber knapp über 0 Grad liegen. Damit zeichnete sich Tauwetter ab, das den Schnee nach und nach zurückdrängen dürfte.
Solche Übergangsphasen bergen jedoch neue Risiken: Schmelzender Schnee, Nässe und nächtlicher Frost können weiterhin zu Glatteis führen – insbesondere auf wenig befahrenen Straßen.
Meteorologischer Hintergrund
Winterlagen wie diese entstehen häufig, wenn aktive Tiefdruckgebiete wie Elli auf kalte Luftmassen treffen und zugleich feuchte Luft vom Atlantik und der Nordsee herangeführt wird. In Verbindung mit Wind entstehen dabei nicht nur Schneefälle, sondern auch Schneeverwehungen, die die Auswirkungen deutlich verstärken können.
Einordnung im Klimakontext
Der Winter 2024/2025 zeigt, dass einzelne Schnee- und Kälteepisoden nicht im Widerspruch zu langfristigen Klimaveränderungen stehen. Vielmehr nimmt die Wettervariabilität zu: milde Phasen wechseln sich mit kurzen, teils intensiven Wintereinbrüchen ab.
Gerade Norddeutschland liegt meteorologisch zwischen atlantischem Einfluss und kontinentaler Kaltluft – eine Lage, die Schnee, Eis, Wind und Verwehungen auch künftig begünstigen kann.
Fazit: Der Wintereinbruch rund um den 9. Januar 2025, ausgelöst durch Tief Elli, zeigte eindrucksvoll, wie schnell sich die Wetterlage im Norden zuspitzen kann. Auf anfänglichen Schneefall folgten starker Wind und ausgeprägte Schneeverwehungen, die zu erheblichen Einschränkungen im Verkehr und im Alltag führten. Sperrungen von Grün- und Waldgebieten, die zeitweise Nichterreichbarkeit einzelner Orte sowie Engpässe beim Streugut machten die Dimension der Lage deutlich. Zwar entspannte sich das Wetter bereits am Folgetag, dennoch blieben Restglätte und Sicherheitsrisiken ein zentrales Thema. Das Ereignis unterstreicht die Bedeutung frühzeitiger Warnungen, angepassten Verhaltens und einer guten Vorbereitung auf winterliche Wetterlagen.






