Am 31. Januar 2026 erlebten wir einen vielschichtigen Winternachmittag im Herzen Hamburgs. Der Maskenzauber war sowohl in den Colonnaden als auch entlang der Alster präsent und entfaltete seine Wirkung zwischen historischer Architektur, offenen Flächen und dem Wasser der Binnenalster. Die Darbietungen setzten lebendige Akzente im Stadtraum, verlangten den Besucherinnen und Besuchern bei den winterlichen Bedingungen jedoch auch einiges ab.
Der Winter zeigte sich von seiner rauen Seite: rund minus zwei Grad, dazu ein eisiger, anhaltender Wind, der vor allem am Wasser deutlich spürbar war. Trotzdem war die Hamburger Innenstadt traditionell sehr gut besucht. Rund um Jungfernstieg, Colonnaden und Alsterufer herrschte reger Betrieb – ein vertrautes Bild für einen Samstagmittag, selbst bei Frost.
Unmittelbar neben dem Geschehen und damit ausgesprochen gut gelegen befand sich das Mio – Bistro Caffè Gelato. Nach dem Maskenzauber war es der naheliegende Ort für eine Pause. Drinnen empfing uns eine ruhige, warme Atmosphäre – ein wohltuender Kontrast zur Kälte draußen. Bei heißem Kaffee konnten wir uns aufwärmen und entschieden uns für eine kleine Stärkung, bewusst leicht und genau passend für diesen Moment am frühen Nachmittag.
Der Blick nach draußen blieb dennoch präsent. Die Binnenalster lag ungewöhnlich ruhig da. In der Winterzeit ruht die Alsterschifffahrt witterungsbedingt, sodass keine Schiffe die Wasserfläche durchzogen. Diese Pause verlieh der Alster eine beinahe stille, entschleunigte Wirkung. Durch den anhaltenden Dauerfrost hatten sich zudem einige Eisschollen gebildet, die langsam über das Wasser trieben und den Eindruck eines echten Wintertages mitten in der Stadt verstärkten.
Parallel zum kulturellen Geschehen fand an der Alster eine weitere, nachdenklich stimmende Veranstaltung statt: der Galgo-Marsch. Hunderte Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich mit ihren Jagdhunden am Jungfernstieg und an der Reesendammbrücke, um an einem stillen Protestmarsch teilzunehmen. Ziel war es, auf das Leid spanischer Jagdhunde aufmerksam zu machen. Auffällig war dabei der sorgsame Umgang der Halterinnen und Halter mit ihren Tieren: Die Hunde waren der Kälte und ihrer sensiblen Statur entsprechend sehr gut und teils kreativ mit Schutzkleidung ausgestattet, sichtbar getragen von Verantwortung und Fürsorge.
Im Anschluss nutzten wir die Gelegenheit, durch die Mönckebergstraße zu flanieren. Trotz der niedrigen Temperaturen herrschte hier lebendiges Treiben – Schaufenster, Passanten und das typische Innenstadtgefühl bildeten einen fließenden Übergang vom Alsterufer zurück in den urbanen Rhythmus der Stadt.
Am Hamburg Hauptbahnhof zeigte sich schließlich eine deutlich erhöhte Polizeipräsenz. Diese war auf mehrere parallel stattfindende Ereignisse zurückzuführen. Am ZOB Hamburg fand eine Großdemonstration gegen das iranische Regime statt, bei der zahlreiche Menschen auf die politische Situation und Menschenrechtsverletzungen im Iran aufmerksam machten. Zusätzlich sorgte der Anreiseverkehr zum Fußballspiel HSV gegen Bayern München für ein stark erhöhtes Personenaufkommen. Entsprechend präsent und strukturiert agierten die Sicherheitskräfte rund um diesen zentralen Verkehrsknotenpunkt.
Fazit: Dieser Winternachmittag zeigte Hamburg in seiner ganzen Vielschichtigkeit: lebendige Kultur beim Maskenzauber, eine gut gefüllte Innenstadt, die stille Weite der winterlichen Binnenalster – und zugleich deutliche gesellschaftliche Zeichen durch Protest und Engagement. Unterschiedlichste Anlässe existierten nebeneinander: Unterhaltung, Nachdenklichkeit, politischer Ausdruck und urbaner Alltag. Der Kontrast aus Frost und Wärme, Bewegung und Ruhe, Leichtigkeit und Ernst prägte den Tag. Das Aufwärmen im Mio, der Bummel über die Mönckebergstraße und die Eindrücke rund um den Hauptbahnhof rundeten den Aufenthalt ab. Ein Nachmittag, der eindrucksvoll zeigte, wie nah sich in Hamburg Erlebnis, Alltag und gesellschaftliche Verantwortung begegnen – selbst bei eisigem Wind und winterlicher Kälte.







