Ein Besuch im Port des Lumières ist kein klassischer Museumsbesuch – es ist ein intensives Erlebnis. Gemeinsam haben wir uns auf den Weg in die Hamburger HafenCity gemacht, um dieses besondere Zentrum für immersive digitale Kunst kennenzulernen. Schon vor dem Betreten wird klar: Hier geht es nicht um das stille Betrachten einzelner Exponate, sondern um das vollständige Eintauchen in Bild, Klang und Raum.
Ankommen und Atmosphäre
Der Port des Lumières liegt im neuen Überseequartier und fügt sich städtebaulich in das moderne Umfeld der HafenCity ein. Nach dem Eintritt öffnet sich ein großzügiger, abgedunkelter Raum, in dem Licht und Musik sofort die Wahrnehmung bestimmen. Der Übergang vom Alltag in die Ausstellung erfolgt fließend – ohne erklärende Hinweistafeln im Vordergrund, dafür mit einer Atmosphäre, die neugierig macht und zum Verweilen einlädt.
Kunst, die den Raum füllt
Die großformatigen Projektionen erstrecken sich über Wände, Böden und Decken. Bilder sind ständig in Bewegung, Farben verändern sich, Motive tauchen auf und verschwinden wieder. Begleitet wird das Ganze von einem sorgfältig abgestimmten Sounddesign, das die visuelle Wirkung deutlich verstärkt. Man bewegt sich frei durch den Raum, bleibt stehen, geht weiter, wechselt die Perspektive – und erlebt die Ausstellung jedes Mal ein wenig anders.
Die gezeigten Inhalte greifen bekannte kunsthistorische Motive und Themen auf, werden jedoch digital neu interpretiert. Dadurch entsteht ein Zugang, der nicht belehrend wirkt, sondern emotional anspricht. Kunst wird hier nicht erklärt, sondern erfahrbar gemacht.
Ein gemeinsames Erlebnis
Besonders eindrucksvoll ist, dass der Besuch kein isoliertes Erleben bleibt. Eindrücke werden geteilt, Blicke ausgetauscht, Gespräche entstehen ganz selbstverständlich. Man nimmt dieselben Bilder wahr und interpretiert sie dennoch unterschiedlich. Genau diese gemeinsame Erfahrung hebt den Port des Lumières deutlich von klassischen Ausstellungen ab.
Selfie-Bereich und KI-Angebot
Ein Bereich war deutlich stärker frequentiert als andere: der Selfie-Spot, an dem Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit haben, ein KI-generiertes Bild von sich erstellen zu lassen. Dieses Angebot stieß auf großes Interesse und führte zeitweise zu spürbarem Andrang. Wir selbst haben bewusst darauf verzichtet und uns stattdessen auf die eigentliche Ausstellung konzentriert. Für uns stand das unmittelbare Erleben der Projektionen im Vordergrund – ohne zusätzliche digitale Inszenierung der eigenen Person.
Rücksicht und Hausordnung
Leider hielten sich einige wenige Besucher nicht an die Hausordnung. Vereinzelt wurde laut telefoniert, zudem kam es beim Fotografieren zum Einsatz des Handy-Blitzes, was punktuell als störend empfunden wurde und die immersive Wirkung kurzzeitig unterbrach. Der überwiegende Teil der Besucherinnen und Besucher nahm jedoch Rücksicht, hielt sich an die Vorgaben und trug damit zu einer angenehmen, respektvollen Atmosphäre bei. Wie so oft handelte es sich um Einzelfälle.
Eintrittspreis und Wirkung
Der Eintrittspreis von rund 22 Euro ist aus unserer Sicht absolut angemessen. Geboten wird kein kurzer Rundgang, sondern ein hochwertig inszeniertes Gesamterlebnis. Die visuelle Qualität der Projektionen, das Zusammenspiel von Licht, Bewegung und Musik sowie die räumliche Tiefe der Inszenierung rechtfertigen den Preis ohne Einschränkung.
Während der Show stellt sich schnell das Gefühl ein, für eine gewisse Zeit aus dem Alltag auszutreten. Man fühlt sich in eine andere Welt versetzt, verliert das Zeitgefühl und lässt sich vollständig auf die Eindrücke ein.
Fazit: Der gemeinsame Besuch im Port des Lumières war weit mehr als ein gewöhnlicher Kulturtermin. Es war ein bewusstes Innehalten, ein Eintauchen in eine andere Realität aus Licht und Klang – mitten in Hamburg. Wer Kunst einmal anders erleben möchte und offen für neue Formen der Kulturvermittlung ist, findet hier einen Ort, der inspiriert, entschleunigt und lange nachwirkt. Ein Erlebnis, das zeigt, wie modern, zugänglich und emotional Kunst heute vermittelt werden kann.












