Begegnungen mit Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft
Über 20 Jahre lang – von 2002 bis 2023 – habe ich mich ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagiert. In dieser Zeit habe ich zahlreiche öffentliche Veranstaltungen mit Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft organisiert und moderiert.
Dabei ging es mir immer um mehr als politische Diskussionen. Mein Ziel war es, Menschen zusammenzubringen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und gemeinsam über die Zukunft unserer Region zu sprechen.
Ob Gesundheitsversorgung, Bildung, Verkehr, Landwirtschaft oder Innere Sicherheit – viele dieser Veranstaltungen entwickelten sich zu lebendigen Diskussionsforen. Bürgerinnen und Bürger erhielten die Gelegenheit, ihre Fragen unmittelbar an politische Entscheidungsträger und Fachleute zu richten.
Besonders wichtig war mir eine offene Gesprächskultur, in der unterschiedliche Meinungen ihren Platz hatten. Nicht jede Diskussion führte unmittelbar zu einer Lösung. Doch häufig entstanden neue Anregungen, Denkanstöße und ein besseres gegenseitiges Verständnis.
Einige dieser Begegnungen und Veranstaltungen sind mir bis heute besonders in Erinnerung geblieben.
2023 – Ärztliche Versorgung in Stadt und Land
Wie kann eine wohnortnahe medizinische Versorgung auch in Zukunft gewährleistet werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt unserer Veranstaltung zur ärztlichen Versorgung.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Claudia Schmidtke, Staatssekretär Dr. Oliver Grundei und Norbert Brackmann diskutierten wir über den zunehmenden Hausärztemangel, die Gewinnung medizinischen Nachwuchses und die besonderen Herausforderungen ländlicher Regionen.
Dabei ging es auch um die Arbeitsbedingungen in Arztpraxen und die Frage, wie eine verlässliche medizinische Versorgung langfristig sichergestellt werden kann.
Die große Resonanz und die zahlreichen Fragen aus dem Publikum zeigten, wie unmittelbar dieses Thema den Alltag vieler Menschen betrifft. Besonders interessant war der direkte Austausch zwischen den Gästen und den Bürgerinnen und Bürgern.
2018 – Regionale Ernährung: Landwirtschaft zwischen Heimat und Europa
Woher kommen unsere Lebensmittel? Welche Bedeutung hat die regionale Landwirtschaft? Und welchen Einfluss nimmt die europäische Politik auf unsere heimischen Betriebe?
Gemeinsam mit Reimer Böge, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Klaus Schlie, Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtags, beschäftigten wir uns mit der Zukunft der regionalen Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung.
Im Mittelpunkt standen regionale Wertschöpfungsketten, Verbraucherinteressen, die wirtschaftlichen Herausforderungen landwirtschaftlicher Betriebe und die europäische Agrarpolitik.
Besonders wertvoll war der Austausch zwischen regionalen Erzeugern, Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie politischen Entscheidungsträgern.
Die Veranstaltung machte deutlich, wie eng regionale Landwirtschaft, wirtschaftliche Entwicklung und europäische Rahmenbedingungen miteinander verbunden sind.
2018 – Regionale Sicherheit: Verantwortung für unsere Gesellschaft
Sicherheit ist eine grundlegende Voraussetzung für das gesellschaftliche Zusammenleben. Doch welche Herausforderungen ergeben sich für Polizei, Kommunen und Sicherheitsbehörden?
Mit Dennis Gladiator, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, und Lorenz Caffier, dem damaligen Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns, diskutierten wir über aktuelle Entwicklungen der Inneren Sicherheit.
Neben der Polizeiarbeit und den Herausforderungen für die Sicherheitsbehörden ging es auch um die Verantwortung der Kommunen und die Bedeutung ehrenamtlicher Strukturen im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.
Gerade die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Einrichtungen, kommunalen Verantwortlichen und ehrenamtlich engagierten Menschen zeigte, wie vielfältig die Verantwortung für Sicherheit in unserer Gesellschaft ist.
2017 – Zukunft Bildung: Schulen im Wandel
Bildung ist eine der wichtigsten Grundlagen für gesellschaftliche Teilhabe und persönliche Entwicklung. Gleichzeitig stehen Schulen und Lehrkräfte vor großen Veränderungen.
Gemeinsam mit Karin Prien, der damaligen Bildungsministerin Schleswig-Holsteins, und dem Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann diskutierten wir über die Zukunft unserer Bildungslandschaft.
Die Veranstaltung stieß auf besonders großes Interesse bei Lehrerinnen und Lehrern unterschiedlicher Schularten aus der Region.
Im Mittelpunkt standen die Digitalisierung des Unterrichts, die technische Ausstattung der Schulen, der Lehrkräftebedarf und die Weiterentwicklung der Bildungsangebote.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der intensive Austausch zwischen den pädagogischen Fachkräften und der Ministerin. Viele Fragen und Erfahrungen aus dem Schulalltag konnten unmittelbar angesprochen werden.
Dieser Abend zeigte, wie wichtig es ist, diejenigen in politische Diskussionen einzubeziehen, die täglich mit den Auswirkungen politischer Entscheidungen arbeiten.
2017 – Perspektive Verkehr: Mobilität für die Region Geesthacht
Die Verkehrsanbindung Geesthachts und der umliegenden Gemeinden beschäftigt Politik, Wirtschaft und Bevölkerung seit vielen Jahrzehnten.
Gemeinsam mit Dr. Bernd Buchholz, dem damaligen Verkehrsminister Schleswig-Holsteins, und dem Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann diskutierten wir über die infrastrukturelle Zukunft unserer Region.
Zwei Themen standen besonders im Mittelpunkt: die geplante Ortsumgehung zur Entlastung Geesthachts vom Durchgangsverkehr und die mögliche Reaktivierung des Schienenpersonenverkehrs.
Gerade eine bessere Bahnanbindung an die Metropolregion Hamburg wurde als langfristige Perspektive für eine nachhaltigere Mobilität diskutiert.
Die zahlreichen Bürgerfragen machten deutlich, welchen Einfluss die Verkehrsplanung auf den Alltag, die Lebensqualität und die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt hat.
Auch Jahre später gehören diese Fragen weiterhin zu den wichtigen Zukunftsthemen für Geesthacht und die umliegende Region.
2015 – Kita-Elternabend: Kinderbetreuung gemeinsam gestalten
Im April 2015 organisierte ich im Mehrgenerationenhaus Oberstadttreff in Geesthacht einen öffentlichen Kita-Elternabend.
Im Mittelpunkt standen die Betreuungsangebote, der tatsächliche Bedarf an Kita-Plätzen und die damalige Gebührenstruktur.
Als Gesprächspartner waren der Bürgermeisterkandidat Karsten Steffen sowie der Vorsitzende des Sozialausschusses, Hartmut Döpke, eingeladen.
Eltern erhielten die Gelegenheit, ihre Erfahrungen, Wünsche und Kritik unmittelbar mit Vertretern der Kommunalpolitik zu besprechen.
Gerade bei Themen, die Familien im täglichen Leben betreffen, ist es wichtig, zuzuhören, unterschiedliche Interessen ernst zu nehmen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Für mich war dieser Abend ein Beispiel dafür, dass Kommunalpolitik besonders dann lebendig wird, wenn die Menschen ihre Anliegen direkt einbringen können.
2013 – Ortsumgehung Geesthacht: Verkehrspolitik vor Ort
Die geplante Ortsumgehung Geesthacht war bereits damals eines der zentralen verkehrspolitischen Themen unserer Stadt.
Im Mai 2013 besuchte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Geesthacht, um sich über die örtliche Verkehrssituation und den damaligen Planungsstand zu informieren.
Die hohe Verkehrsbelastung auf der Bundesstraße 5 und die Auswirkungen des Durchgangsverkehrs auf angrenzende Wohngebiete standen dabei im Mittelpunkt.
Ich übernahm die Moderation der Veranstaltung und stellte in einem eigenen Kurzvortrag die bisherigen planerischen Überlegungen, den damaligen Sachstand sowie offene Fragen des weiteren Verfahrens vor.
Anschließend bestand Gelegenheit zum direkten Austausch mit dem Vertreter der Bundesregierung.
Diese Veranstaltung war für mich ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, kommunale Anliegen auch gegenüber der Landes- und Bundespolitik verständlich und nachvollziehbar zu vertreten.
Hinter den Kulissen – von der ersten Idee bis zur Moderation
Eine erfolgreiche öffentliche Veranstaltung beginnt lange vor dem eigentlichen Termin.
Über viele Jahre hinweg habe ich mich intensiv mit der Planung, Vorbereitung und Durchführung solcher Diskussionsabende beschäftigt.
Dazu gehörten die Auswahl gesellschaftlich relevanter Themen, die inhaltliche Recherche, die Einladung und Abstimmung mit Referentinnen und Referenten sowie die gesamte organisatorische Vorbereitung.
Auch Öffentlichkeitsarbeit, Presseinformationen, Veranstaltungsabläufe und technische Fragen waren Bestandteil meiner Aufgaben.
Am Veranstaltungsabend übernahm ich in der Regel selbst die Moderation, führte durch das Programm und begleitete die Diskussionen mit dem Publikum.
Unterstützung erhielt ich dabei häufig durch engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter, ohne deren Hilfe viele Veranstaltungen nicht möglich gewesen wären.
Besonders wichtig war mir stets eine offene, respektvolle und sachliche Gesprächskultur. Unterschiedliche Meinungen sollten gehört, kritische Fragen zugelassen und auch komplexe politische Zusammenhänge verständlich erklärt werden.
Die Organisation solcher Veranstaltungen erforderte neben einer sorgfältigen Vorbereitung auch Flexibilität, Kommunikationsfähigkeit und die Bereitschaft, auf unterschiedliche Menschen und Situationen einzugehen.
Viele dieser Erfahrungen haben mich persönlich geprägt und waren auch für meine berufliche Entwicklung wertvoll.
Was von diesen Begegnungen bleibt
Wenn ich heute auf mehr als zwei Jahrzehnte kommunalpolitisches Engagement zurückblicke, erinnere ich mich nicht nur an politische Entscheidungen, Sitzungen und Projekte.
Es sind vor allem die persönlichen Begegnungen, die vielen Gespräche und die unterschiedlichen Menschen, die diese Zeit geprägt haben.
Die Veranstaltungen boten die Möglichkeit, wichtige Zukunftsfragen unserer Region öffentlich zu diskutieren und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, die im Alltag nur selten unmittelbar aufeinandertreffen.
Dabei habe ich selbst viel gelernt – über gesellschaftliche Zusammenhänge, unterschiedliche Interessen, die Herausforderungen politischer Entscheidungsprozesse und die Bedeutung des gegenseitigen Zuhörens.
Mit dem Ende meiner kommunalpolitischen Tätigkeit im Jahr 2023 ging für mich ein bedeutender Lebensabschnitt zu Ende. Die Erfahrungen aus dieser Zeit begleiten mich jedoch weiterhin, sowohl persönlich als auch beruflich.
Mein Fazit: Gesellschaft lebt vom Mitmachen, Demokratie vom Dialog und Veränderungen beginnen häufig mit einem guten Gespräch. Ich bin dankbar für das Vertrauen, die Unterstützung und die zahlreichen Begegnungen in diesen Jahren. Sie bleiben ein wichtiger Teil meiner persönlichen Geschichte und meiner Verbundenheit mit Geesthacht und der Region.







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