Unser Garten ist im Sommer nicht nur ein Ort zum Entspannen, sondern auch ein kleiner Lebensraum für zahlreiche Insekten. Besonders schön wird es, wenn sich zwischen den Blüten plötzlich ein farbenprächtiger Besucher zeigt. In diesem Sommer konnten wir an unserem Schmetterlingsbaum einen Admiral beobachten – einen der bekanntesten und zugleich interessantesten Tagfalter, die bei uns unterwegs sind.

Der Schmetterlingsbaum – ein beliebter Treffpunkt

Unser Schmetterlingsbaum, botanisch Buddleja davidii und auch Sommerflieder genannt, macht seinem Namen alle Ehre. Seine langen, auffälligen Blütenrispen ziehen während der Sommermonate zahlreiche Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und andere Insekten an.

Die vielen kleinen Einzelblüten produzieren Nektar und sind damit eine attraktive Nahrungsquelle für erwachsene Schmetterlinge. An sonnigen und warmen Tagen lohnt sich deshalb immer wieder ein Blick auf den Strauch: Mit etwas Glück herrscht dort reger Flugbetrieb.

Allerdings ist der Sommerflieder ökologisch nicht unumstritten. Die ursprünglich aus China stammende Pflanze kann sich stark ausbreiten und gilt in Teilen Europas als invasive Art. Außerdem dient sie den meisten heimischen Schmetterlingsraupen nicht als Futterpflanze. Für einen möglichst naturnahen Garten sind daher heimische Wildpflanzen eine sinnvolle Ergänzung.

Der Admiral – unverwechselbar gezeichnet

Unser Besucher war ein Admiral (Vanessa atalanta). Der relativ große Tagfalter ist leicht zu erkennen: Seine dunklen, fast schwarzen Flügel werden von kräftigen roten bis orangefarbenen Bändern durchzogen. An den Spitzen der Vorderflügel befinden sich zudem markante weiße Flecken.

Mit einer Flügelspannweite von ungefähr fünf bis sechs Zentimetern gehört er zu den auffälligeren Schmetterlingen in unseren Gärten. Wenn er mit ausgebreiteten Flügeln auf einer Blüte sitzt, ist seine charakteristische Zeichnung besonders schön zu sehen.

Ein Schmetterling auf Wanderschaft

Besonders faszinierend ist die Lebensweise des Admirals. Er gehört zu den Wanderfaltern. Über viele Generationen hinweg bewegen sich Admirale zwischen unterschiedlichen Regionen Europas und teilweise Nordafrikas. Im Frühjahr und Sommer erreichen zahlreiche Tiere Mitteleuropa, während im Herbst wiederum Wanderbewegungen in südlichere beziehungsweise südwestliche Regionen stattfinden.

Durch die zunehmend milderen Winter hat sich das Verhalten allerdings verändert. Admirale können inzwischen auch in Teilen Mitteleuropas überwintern. Der Schmetterling, den wir im Garten beobachten, muss daher nicht zwangsläufig eine riesige Strecke aus Südeuropa zurückgelegt haben.

Für die Fortpflanzung spielt übrigens eine Pflanze eine besonders wichtige Rolle, die im Garten häufig wenig Begeisterung auslöst: die Brennnessel. Sie ist eine bedeutende Raupenfutterpflanze des Admirals. Die Eier werden einzeln an Brennnesseln abgelegt, und die Raupen bauen sich aus den Blättern kleine geschützte Verstecke.

Damit zeigt sich ein interessantes Prinzip naturnaher Gärten: Nicht nur besonders schöne Blütenpflanzen sind für Schmetterlinge wichtig. Auch vermeintliches „Unkraut“ kann einen erheblichen ökologischen Wert besitzen.

Nektar vom Schmetterlingsbaum

Für den erwachsenen Admiral ist dagegen energiereiche Nahrung entscheidend. Hier kommt unser Schmetterlingsbaum ins Spiel. Mit seinem langen Saugrüssel erreicht der Admiral den Nektar der zahlreichen kleinen Blüten.

Admirale sind bei der Nahrungssuche durchaus vielseitig. Neben Blüten besuchen sie beispielsweise auch überreifes oder heruntergefallenes Obst. Der darin enthaltene zuckerhaltige Saft ist eine willkommene Energiequelle – insbesondere im Spätsommer und Herbst.

Kleine Naturbeobachtungen direkt vor der Haustür

Für solche Momente braucht es keinen großen Ausflug in ein Naturschutzgebiet. Manchmal genügt ein Blick in den eigenen Garten.

Der Besuch des Admirals an unserem Schmetterlingsbaum war wieder einmal eine dieser kleinen Beobachtungen, die zeigen, wie viel Natur unmittelbar vor der eigenen Haustür stattfindet. Gleichzeitig erinnert der Schmetterling daran, wie wichtig vielfältig gestaltete Gärten sind.

Blühende Pflanzen liefern den erwachsenen Faltern Nahrung, während heimische Wildpflanzen wie Brennnesseln den Raupen eine Lebensgrundlage bieten. Wer zusätzlich auf unterschiedliche Blühzeiten und möglichst wenig chemischen Pflanzenschutz achtet, kann seinen Garten für zahlreiche Insekten attraktiver machen.

Unser Admiral war damit nicht nur ein wunderschöner Sommergast am Schmetterlingsbaum, sondern auch ein kleiner Botschafter für die erstaunliche Vielfalt der Natur im eigenen Garten.

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