Am 8. August 2026 führte uns ein gemeinsamer Sommernachmittag wieder einmal nach St. Pauli. Dieses Mal begann unser gemeinsamer Ausflug allerdings nicht bereits zu Hause, sondern direkt auf dem Hamburger Kiez. Ich kam unmittelbar von der Arbeit im Hamburger Hafen, während meine Freundin von zu Hause nach Hamburg fuhr. Als gemeinsamen Treffpunkt hatten wir uns den Kiez Garden am Spielbudenplatz ausgesucht. Von dort sollte es später gemeinsam weiter ins St. Pauli Theater gehen.

Bei dem sehr warmen Sommerwetter hätte der Treffpunkt kaum besser gewählt sein können. Wir konnten zunächst noch eine Weile draußen sitzen, etwas trinken und die sommerliche Atmosphäre auf St. Pauli genießen. Der Kiez Garden liegt mitten im Geschehen und wirkt mit seiner Bepflanzung dennoch ein wenig wie eine kleine grüne Insel zwischen Reeperbahn, Spielbudenplatz, Theatern, Gastronomie und dem typischen Trubel des Viertels. Gerade am Nachmittag herrscht hier eine andere Atmosphäre als am späten Abend oder in der Nacht. Touristen erkunden die Reeperbahn, Besucher sind auf dem Weg zu den umliegenden Theatern und Musicals und langsam bereitet sich der Kiez auf den Abend vor. Bei sommerlichen Temperaturen lässt sich dieses Treiben aus dem Kiez Garden ganz entspannt beobachten.

Interessant ist auch die Geschichte hinter dem heutigen Treffpunkt. Gastgeber Mick Shaw berichtet auf der Internetseite des Kiez Garden, dass an diesem Standort ursprünglich lediglich Tickets verkauft werden sollten. Daraus entwickelte sich schließlich das heutige Konzept mit Pflanzen, Beleuchtung, Getränken und Gastronomie. Shaw selbst ist auf St. Pauli aufgewachsen und war unter anderem als DJ und Radiomoderator tätig. Später arbeitete er im Hamburger Hafen mit Touristen.

Hinter dem Kiez Garden steht die Hamburg Tourist.info Kartenvertriebsgesellschaft mbH, der Kiez Garden wird als Marke des Unternehmens geführt. Das Konzept passt hervorragend zum Standort: ein unkomplizierter Treffpunkt mitten auf St. Pauli, an dem Hamburger und Touristen ebenso zusammenkommen wie Theater- und Musicalbesucher, Fußballfans und spätere Nachtschwärmer. Für uns hatte der Kiez Garden an diesem Tag vor allem einen praktischen und gleichzeitig schönen Zweck. Nach meinem Arbeitstag im Hamburger Hafen und der getrennten Anreise meiner Freundin konnten wir uns hier ganz unkompliziert treffen und gemeinsam in den Nachmittag starten. Statt sich nur kurz vor dem Theater zu verabreden, begann unsere gemeinsame Zeit bereits ganz entspannt bei einem Getränk mitten auf St. Pauli.

Das warme Augustwetter tat sein Übriges. Draußen sitzen, den Trubel des Spielbudenplatzes beobachten und dabei zu wissen, dass das nächste Ziel nur wenige Schritte entfernt liegt – das passte an diesem Tag einfach zusammen. Anschließend ging es für uns weiter zum traditionsreichen St. Pauli Theater und zur Vorstellung.

Nach dem Theater war unser gemeinsamer Ausflug noch nicht ganz beendet. Statt direkt den Heimweg anzutreten, ging es für uns zunächst noch in die Nachbarschaft. Dort gab es zum Abschluss ganz unkompliziert einen Dönerteller. Vielleicht nicht gerade das klassische Menü nach einem Theaterbesuch, dafür aber irgendwie passend zum Kiez und nach einem langen Tag genau das Richtige.

Für die anschließende Rückfahrt nach Hause nutzten wir den öffentlichen Nahverkehr. Da wir beide ein Deutschlandticket besitzen, ist das für solche Ausflüge nach Hamburg eine unkomplizierte Möglichkeit. Keine Parkplatzsuche, keine zusätzlichen Fahrkarten und nach einem langen Tag kann man sich einfach in Bus und Bahn setzen und nach Hause fahren. Ganz so entspannt wie geplant verlief unsere Rückfahrt an diesem Abend allerdings nicht.

Zeitgleich war ein Heimspiel des HSV zu Ende gegangen. Entsprechend viele Fußballfans machten sich auf den Heimweg und unsere S-Bahn war ziemlich voll. Das gehört an Spieltagen in Hamburg natürlich irgendwie dazu, zeigte aber auch, wie schnell große Veranstaltungen für ein erheblich höheres Fahrgastaufkommen im öffentlichen Nahverkehr sorgen können.

Auf der weiteren Fahrt in Richtung Aumühle kam noch ein Zwischenfall hinzu. Im Bereich zwischen Billwerder-Moorfleet und Bergedorf befanden sich Kinder im Gleisbereich, weshalb es dort zu einem Polizeieinsatz kam. Glücklicherweise blieb es nach unserem Eindruck bei einem vergleichsweise kleinen Einsatz. Für den Eisenbahnbetrieb ist eine solche Situation dennoch keineswegs belanglos.

Gerade durch meine heutige Tätigkeit in der Disposition betrachte ich solche Ereignisse inzwischen auch mit einem anderen Blick. Personen im Gleis bedeuten zunächst eine akute Sicherheitslage. Der Schutz der Menschen hat selbstverständlich Vorrang, gleichzeitig müssen die Auswirkungen auf den laufenden Zugverkehr koordiniert werden. Gerade auf einer stark befahrenen Strecke können schon kurze Einschränkungen Auswirkungen auf nachfolgende Züge haben. Nahverkehr, Fernverkehr und weitere Zugbewegungen müssen berücksichtigt und gegebenenfalls neu disponiert werden. Für die zuständigen Disponenten der Bahn dürfte ein solcher Zwischenfall deshalb eine zusätzliche Herausforderung im ohnehin komplexen täglichen Betriebsablauf darstellen.

Damit endete unser schöner gemeinsamer Tag etwas turbulenter, als er begonnen hatte. Nach meinem Arbeitstag im Hamburger Hafen trafen wir uns am Nachmittag des 8. August bei bestem Sommerwetter im Kiez Garden, genossen dort zunächst die Atmosphäre auf St. Pauli, besuchten anschließend gemeinsam das St. Pauli Theater und stärkten uns danach noch mit einem Dönerteller in der Nachbarschaft. Mit dem Deutschlandticket ging es schließlich mit dem öffentlichen Nahverkehr zurück nach Hause – begleitet von einer ziemlich vollen S-Bahn nach dem HSV-Spiel und einem kleinen Polizeieinsatz auf der Strecke.

Irgendwie war damit an diesem Tag fast alles dabei, was Hamburg ausmacht: Hafen und Arbeit, warmes Sommerwetter und Kiez, Kultur und Gastronomie, Fußball und öffentlicher Nahverkehr. Und am Ende sogar noch ein wenig Eisenbahnbetrieb aus einer Perspektive, die ich durch meine eigene Arbeit inzwischen mit ganz anderen Augen betrachte. Ein abwechslungsreicher gemeinsamer Sommernachmittag und Abend in Hamburg, der wieder einmal gezeigt hat, dass es für einen schönen Ausflug manchmal gar kein großes Programm braucht.

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