Im August 2026 gehörte zu unserem gemeinsamen Berlin-Aufenthalt auch ein Abstecher zum KERB Food Market am Humboldt Forum. Am späten Nachmittag war der Besuch eine schöne Gelegenheit, eine Pause vom klassischen Besichtigungsprogramm einzulegen und Berlin einmal von seiner kulinarischen Seite kennenzulernen. Der Standort könnte dabei kaum zentraler sein: Direkt am Humboldt Forum auf dem Schlossplatz, gegenüber von Lustgarten und Museumsinsel, trifft historische Berliner Kulisse auf moderne Street-Food-Kultur.

Vom Londoner Straßenmarkt nach Berlin

Hinter KERB steckt ein Konzept, dessen Geschichte nicht in Berlin, sondern in London begann. KERB wurde dort 2012 zunächst als kleiner Pop-up-Markt gegründet, auf dem unabhängige Street-Food-Anbieter ihre Gerichte verkaufen konnten. Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahre eine größere Plattform für unabhängige Gastronomiekonzepte. 2019 eröffnete KERB mit dem Seven Dials Market in London eine eigene Food Hall. Berlin wurde schließlich zum ersten Standort einer KERB Food Hall außerhalb Großbritanniens.

Die feste Berliner Heimat befindet sich am Potsdamer Platz. Dort ist KERB in einem umgebauten ehemaligen Kino untergebracht und vereint auf zwei Etagen zahlreiche unterschiedliche Küchen, Bars und eine Dachterrasse. Das Grundprinzip ist dabei erhalten geblieben: Statt eines einzigen großen gastronomischen Anbieters präsentieren verschiedene unabhängige Betreiber ihre jeweiligen Spezialitäten.

KERB zu Gast am Humboldt Forum

Im Sommer 2026 wurde dieses Konzept zusätzlich ins Freie gebracht. Vom 3. Juni bis in den Oktober hinein veranstaltet KERB direkt am Humboldt Forum einen eigenen Open-Air-Food-Market. Geöffnet ist mittwochs bis sonntags von 12:00 bis 21:30 Uhr. Damit eignet sich der Markt sowohl für eine Mittagspause als auch – wie bei unserem Besuch – für einen Zwischenstopp am späten Nachmittag oder einen entspannten Abend mitten in Berlin.

Das Besondere ist vor allem die Lage. Auf der einen Seite befindet sich das rekonstruierte Berliner Schloss mit dem Humboldt Forum, unmittelbar daneben liegen Berliner Dom, Lustgarten und Museumsinsel. In dieser geschichtsträchtigen Umgebung stehen Foodtrucks und Verkaufsstände, an denen internationale Gerichte angeboten werden. Gerade dieser Kontrast zwischen historischen Fassaden und moderner, internationaler Street-Food-Kultur passt erstaunlich gut zu Berlin.

Zu den beim KERB Food Market angekündigten Anbietern gehören unter anderem Fräulein Kimchi, Taste of Kenya, Butter Bronsons, Mama’s Food Manufaktur und Daniel Does Food. Hinzu kommt eine BRLO-Bar. Die Speisekarten können wechseln, sodass das Angebot nicht dauerhaft auf dieselben Gerichte beschränkt ist. Das Spektrum reicht entsprechend von koreanisch und afrikanisch inspirierten Gerichten bis hin zu amerikanischem Street Food.

Entspannte Pause am späten Nachmittag

Für uns war der Besuch vor allem eine angenehme Abwechslung zum Sightseeing. Nach mehreren Sehenswürdigkeiten durch Berlin zu laufen, macht schließlich irgendwann hungrig. Statt dafür in ein klassisches Restaurant zu gehen, bot sich KERB als unkomplizierte Alternative an. Man schaut zunächst, was die verschiedenen Stände anbieten, entscheidet sich spontan und kann anschließend mitten im Zentrum Berlins essen und das Geschehen beobachten.

Gerade am späten Nachmittag entwickelte der Platz seinen besonderen Reiz. Das hektische Berlin war natürlich weiterhin nur wenige Meter entfernt, trotzdem wirkte der Food Market wie eine kleine sommerliche Insel zwischen Schlossplatz, Spree und Museumsinsel. Menschen kamen und gingen, andere blieben auf einen Drink oder zum Essen. KERB versteht sich ausdrücklich auch als Treffpunkt für After-Work-Besuche und zwanglose Zusammenkünfte – ein Konzept, das an diesem Standort hervorragend funktioniert.

Interessant ist außerdem, wie gut sich das Angebot in das kulturelle Umfeld des Humboldt Forums einfügt. Im August 2026 wurde der Food Market beispielsweise mit dem Open-Air-Filmfestival „Box Office Around the World“ kombiniert. Damit sollte der Schlossplatz nicht nur Durchgangsort zwischen den Sehenswürdigkeiten sein, sondern stärker als Aufenthaltsort für Kultur, Gastronomie und Begegnung genutzt werden.

Street Food als Teil des modernen Berlins

Street Food hat sich in Berlin längst von einem vorübergehenden Trend zu einem festen Bestandteil der Gastronomieszene entwickelt. Neben KERB gibt es unter anderem den bekannten Street Food Thursday in der Markthalle Neun sowie weitere Märkte und Food-Hall-Konzepte. Gemeinsam ist ihnen die Idee, unterschiedliche Küchen und Kulturen relativ unkompliziert zusammenzubringen.

Genau das macht KERB interessant: Man muss sich nicht bereits vorher auf ein bestimmtes Restaurant oder eine Küche festlegen. Jeder kann etwas anderes auswählen, anschließend sitzt man trotzdem gemeinsam zusammen. Gleichzeitig bekommen kleinere und spezialisierte Gastronomiekonzepte eine Bühne, die in einem gewöhnlichen Restaurantbetrieb möglicherweise weniger sichtbar wären.

Unser gemeinsamer Besuch beim KERB Food Market am Humboldt Forum im August 2026 war deshalb mehr als nur eine Gelegenheit, etwas zu essen. Er war eine schöne Ergänzung zu unserem Berlin-Programm und zeigte eine weitere Seite der Hauptstadt: international, unkompliziert, sommerlich und lebendig. Zwischen Berliner Schloss, Museumsinsel und Dom entstand für eine Weile eine ganz andere Atmosphäre als bei einer klassischen Stadtbesichtigung.

Und genau solche spontanen Zwischenstopps gehören für uns zu einer Städtereise dazu. Neben Museen, historischen Orten und bekannten Sehenswürdigkeiten sind es häufig die kleinen Pausen zwischendurch, die später ebenfalls in Erinnerung bleiben. Ein Street-Food-Markt vor der Kulisse des Berliner Schlosses ist dafür jedenfalls ein ziemlich passender Ort.

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